Ratgeber

Anschreiben ohne Floskeln: generische KI-Texte erkennen und überarbeiten

Recruiter stören sich selten daran, dass KI im Spiel war. Sie stören sich an Texten, die für jedes Unternehmen passen würden. Diese neun Merkmale machen ein Anschreiben beliebig. Mit je einem Gegenmittel.

Von Yannik Galetto · Aktualisiert · 5 Min. Lesezeit

Die neun Merkmale

Kein einzelnes Merkmal verrät einen Text. Es ist die Häufung, die auffällt. Das gilt für KI-Texte genauso wie für Texte aus dem Muster-Baukasten.

  • 1. Der Floskel-Einstieg

    „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen.“ Gegenmittel: Beginne mit etwas Konkretem über das Unternehmen oder die Aufgabe.

  • 2. Gleichförmige Sätze

    Alle Sätze ähnlich lang, ähnlicher Rhythmus. Gegenmittel: Mische kurze und längere Sätze. Lies den Text laut.

  • 3. Dreierlisten

    „Innovativ, engagiert und zielstrebig“. Gegenmittel: Eine Eigenschaft, ein Beleg.

  • 4. Große Worte ohne Beleg

    „Maßgeblich“, „nachhaltig“, „ganzheitlich“. Gegenmittel: Nenne die Zahl, das Ergebnis, das Projekt.

  • 5. „Nicht nur …, sondern auch“

    Konstruktionen, die ernst klingen und wenig sagen. Gegenmittel: Sag direkt, worum es geht.

  • 6. Allgemeines Firmenlob

    „Als führendes Unternehmen der Branche …“ Gegenmittel: Nenne ein konkretes Produkt, Projekt oder eine Entscheidung, die dir aufgefallen ist.

  • 7. Keine Namen, keine Zahlen

    Keine Projekte, Tools oder Kennzahlen. Gegenmittel: Pro Absatz ein Beleg mit Kontext.

  • 8. Zu glatt

    Kein persönlicher Moment, keine Kante. Gegenmittel: Ein ehrlicher Satz, warum genau diese Stelle.

  • 9. Der Standard-Schluss

    „Über eine Einladung zum Gespräch freue ich mich.“ Gegenmittel: Biete ein konkretes Thema für das Gespräch an.

Worauf es Recruitern wirklich ankommt

Entscheidend ist nicht, ob eine KI beteiligt war, sondern ob der Text zeigt, dass du die Stelle verstanden hast und etwas Passendes mitbringst. Das ist mit und ohne KI möglich, und es scheitert mit und ohne KI.

Verlasse dich nicht auf Programme, die KI-Texte „erkennen“. Sie liegen häufig daneben. Verlässlicher ist der Blick eines Menschen auf Bezug, Beleg und Stimme.

So nutzt du KI und klingst trotzdem wie du

  • Gib echte Belege vor: Stationen, Ergebnisse, Zahlen. Je mehr du lieferst, desto weniger erfindet das Modell.
  • Gib eine Stilprobe mit: zwei, drei Sätze aus einem früheren Text von dir.
  • Streiche nach dem Entwurf alles, was du so nie sagen würdest.
  • Ersetze jede Behauptung ohne Beleg durch ein Beispiel oder lösche sie.
  • Lies den Text laut. Wo du stolperst, formulierst du um.
  • Füge einen persönlichen Satz ein, den nur du schreiben kannst.

Wie Pathly dabei hilft

Pathly startet nicht mit einem leeren Chat, sondern mit Stelle, Unternehmensbezug und deinen Belegen. Der Anschreiben-Generator lernt aus deinen früheren Texten Satzlänge und Bindewörter und prüft den Entwurf mit einer Recruiter-Simulation. Wie du mit einem allgemeinen KI-Chat gute Ergebnisse bekommst, steht im Beitrag Anschreiben mit ChatGPT.

Häufige Fragen

Erkennen Recruiter, ob ein Anschreiben von KI stammt?

Manche merken es, vor allem bei allgemeinen Texten ohne Bezug. Verlässlich ist das nicht. Ein Text mit konkreten Belegen und eigener Stimme fällt weniger auf.

Muss ich angeben, dass ich KI genutzt habe?

Es gibt dafür keine allgemeine Pflicht. Wenn ein Unternehmen KI-Texte ausschließt oder danach fragt, sei ehrlich und halte dich an die Vorgabe. Mehr dazu: Bewerbung mit KI: Was ist erlaubt?.

Wie lang sollte ein Anschreiben sein?

Eine Seite genügt, grob 200 bis 350 Wörter. Kürzer und konkreter wirkt meist besser als lang und allgemein.

Setze es mit deiner nächsten Bewerbung um.

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