Ratgeber

Lebenslauf-Keywords finden und für ATS-Bewerbungen einsetzen

Eine Stellenanzeige verrät, wonach gesucht wird. Du musst sie nur lesen wie ein Suchsystem: Welche Begriffe tauchen auf, welche wiederholen sich, welche sind Pflicht? So findest du die Keywords und setzt sie ehrlich ein.

Von Yannik Galetto · Aktualisiert · 6 Min. Lesezeit

Was ATS-Keywords sind – und was nicht

ATS-Keywords sind die Begriffe, mit denen ein Unternehmen eine Stelle beschreibt und nach denen Recruiter in einem Bewerbermanagementsystem suchen: Jobtitel, Tools, Methoden, Zertifikate und Fachbegriffe.

Es sind keine Zauberwörter. Sie wirken nur, wenn sie zu belegbarer Erfahrung gehören. Ein Begriff ohne Kontext hilft beim Auffinden, überzeugt aber niemanden.

In sieben Schritten zu deiner Keyword-Liste

  1. Anzeige in drei Teile trennen

    Aufgaben, Anforderungen, Wunschkenntnisse. Pflicht und „nice to have“ gehören nicht in einen Topf.

  2. Begriffe markieren

    Markiere Substantive, Tools, Methoden und Fachbegriffe. Eigenschaften wie „motiviert“ oder „engagiert“ sind selten suchbar.

  3. Gewichten

    Was steht im Titel, in den ersten Anforderungen oder kommt mehrfach vor? Das ist dem Unternehmen wichtig.

  4. Schreibweisen sammeln

    Projektleitung oder Projektmanagement, KI oder AI, SEO oder Suchmaschinenoptimierung: Verwende die Variante der Anzeige und nenne die Abkürzung einmal ausgeschrieben.

  5. Mit deiner Erfahrung abgleichen

    Sei ehrlich: Habe ich das mit Beleg, teilweise oder gar nicht? Nur die ersten beiden Gruppen gehören in deinen Lebenslauf.

  6. Einbauen

    Im Jobtitel oder in der Profilzeile, im Kenntnisse-Block und vor allem in den Stichpunkten, mit Ergebnis.

  7. Gegenlesen

    Liest es sich noch natürlich? Könntest du jede Aussage im Gespräch erklären? Wenn nicht, raus damit.

Nur aufgelistet oder mit Kontext?

Beispiele, wie derselbe Begriff als Treffer und als Beleg wirkt.

Nur aufgelistet oder mit Kontext?
Nur aufgelistetMit Kontext
Agile MethodenKenntnisse: Scrum, Kanban, JiraZwei Teams (12 Personen) als Scrum Master begleitet, Release-Zyklus von sechs auf drei Wochen verkürzt
ReportingExcel, Power BI, SQLMonatsreporting in Power BI aufgebaut und den Aufwand um einen Tag pro Woche gesenkt
KundenkontaktKundenorientiert, kommunikationsstarkRund 40 B2B-Kunden betreut, Verlängerungsquote von 78 auf 86 Prozent gesteigert

Die Zahlen sind Beispiele. Setze nur Werte ein, die du belegen kannst.

Typische Fehler beim Einbauen

  • Keywords in weißer Schrift verstecken. Das ist Täuschung, wird erkannt und schadet dir.
  • Begriffe einbauen, die du nicht beherrschst. Im Gespräch fällt das sofort auf.
  • Alle Begriffe in einen Satz packen. Das liest sich unnatürlich.
  • Sätze aus der Anzeige 1:1 kopieren. Formuliere mit eigenen Worten und eigenen Belegen.
  • Nur auf Keywords optimieren und Struktur, Lesbarkeit und Aussage vergessen.

Das nimmt dir Pathly ab

Pathly extrahiert die Begriffe aus der Anzeige, zeigt dir, welche in deinem Lebenslauf vorkommen und welche fehlen, und schlägt Formulierungen vor, die du annimmst oder ablehnst. Mehr dazu auf der Seite Lebenslauf für ATS optimieren.

Die Anzeigen speicherst du mit der Chrome-Extension in einem Klick.

Häufige Fragen zu ATS-Keywords

Wie viele Keywords brauche ich?

So viele, wie die Anzeige verlangt und du belegen kannst. Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtiger ist, dass die zentralen Begriffe aus Titel und Anforderungen vorkommen.

Muss ich auf Groß- und Kleinschreibung achten?

In der Regel nicht. Übernimm trotzdem die Schreibweise der Anzeige, damit Mensch und System dieselben Begriffe lesen.

Gehören Keywords auch ins Anschreiben?

Nur dort, wo sie natürlich passen. Das Anschreiben wird vor allem von Menschen gelesen. Hier zählt Bezug und Beleg.

Gibt es einen „idealen“ Lebenslauf für alle Stellen?

Nein. Die Keywords unterscheiden sich pro Stelle. Passe deinen Lebenslauf für jede Bewerbung an, ohne etwas zu erfinden.

Setze es mit deiner nächsten Bewerbung um.

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